Mitglieder setzen sich durch

Der Vorstand der Martinus-Schützen wollte eine der beiden großen Jahresversammlungen streichen, um den Veranstaltungskalender etwas zu entschlacken. Dazu war eine Satzungsänderung geplant. Die Mehrheit der Mitglieder stimmte dagegen – und so wird es vorerst auch weiter zwei große Versammlungen geben.

Das hatte sich der Vorstand der Martinus-Schützen dann doch etwas einfacher vorgestellt. Doch die in der außerordentlichen Generalversammlung am Freitagabend vorgeschlagenen Satzungsänderungen trafen zum Teil nicht auf die Zustimmung der meisten Mitglieder.

Der erste Teil der Satzungsänderung war zunächst ohne Diskussion und mit großer Mehrheit von den Anwesenden angenommen worden. Es ging darum, künftig für alle Abteilungen einen Vertreter im Vorstand zu haben, was wohl bisher nicht so war. „Die Kommunikation ist ein ganz wichtiger Punkt unserer Arbeit“, führte Vorsitzender Uwe Landau aus. So wurden neben den üblichen Gremien wie Kassierer, Schriftführer, Forstwart oder Beisitzer auch die „Vertreter der Abteilungen, solange diese aktiv sind“, aufgenommen. Auch, um mit den Ideen, die aus den Abteilungen kommen, den Verein besser aufzustellen, so Landau.

Der zweite Vorschlag zur Satzungsänderung kam bei den Anwesenden indes nicht so gut an, wie es der Vorstand erhofft hatte. Geplant war, die Generalversammlung vom Herbst in das Frühjahr zu verlegen, damit unmittelbar nach Abschluss des Geschäftsjahres der Geschäfts- und Jahresabschluss in der Versammlung festgestellt werden könnte. So weit, so gut.

Der Knackpunkt des Vorschlags war jedoch, dass die zweite Mitgliederversammlung, die bisher als Frühjahrsversammlung stattfand, entfallen sollte.

Landau erläuterte die Gründe für diesen Vorschlag. „So wird wieder etwas Platz im Vereinskalender geschaffen, der meistens schon sehr voll ist.“ Zudem mache die Vorbereitung einer Versammlung immer viel Arbeit. Und schlussendlich waren diese Versammlungen nicht mehr so gut besucht.

Die Verlegung der Generalversammlung in das Frühjahr wurde von den Mitgliedern durchaus befürwortet. Doch ein zweites Treffen im Herbst sollte zusätzlich beibehalten werden, äußerten sich einige Anwesende. „Es geht nicht darum, dass der Vorstand das Vereinsleben runterschrauben will“, machte Uwe Landau klar. Es gehe lediglich darum, die Verpflichtung zu zwei Sitzungen im Jahr per Satzung zu ändern.

         Nachdem das Ergebnis der geheimen Abstimmung über den Vorschlag feststand, stellte Landau fest, „dass auch im Vereinsleben Demokratie herrscht. Das Thema ist für uns dann erstmal gegessen.“ Es wurde keine Mehrheit gefunden, daher bleibe nun zunächst alles beim Alten. „Gut, dass hier auch jeder die Möglichkeit hat, etwas zu sagen“, betonte Landau noch einmal die Wichtigkeit der Stimmen aus dem Verein. „Das bedeutet zwar etwas mehr Arbeit, aber wir machen das gerne.“ So werde sich der Vorstand in Zukunft noch einmal Gedanken machen, um eine Lösung zu finden, sagte Landau unter dem Beifall der Anwesenden.

Nach den regen Diskussionen wurde der nächste Tagesordnungspunkt zügig beschlossen. Ewald Holtmann, seit 45 Jahren im Verein aktiv, schied aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand aus. „Er war immer mit Herzblut aktiv“, dankte der Vorsitzende ihm für sein Engagement. Mit stehenden Ovationen zollten die Schützen Holtmann ihren Respekt. Ihm zu Ehren werde im Herbst eine Eiche im Schützen- und Bürgerwald gepflanzt. „Die hält für die Ewigkeit“, bemerkte Landau bei der Überreichung des Baumpasses.

Holtmann’s Nachfolger wurde im Anschluss einstimmig von der Versammlung gewählt: Jörg Menke fungiert nun als Beisitzer.

Zum Ende der Versammlung wurde der Ablauf des diesjährigen Schützenfestes vom 15. bis zum 17. Juni vorgestellt, der im Wesentlichen unverändert bleibt. Der nächste Termin für die Schützen ist vom 6. bis zum 8. April die Sammlung für die Kriegsgräberpflege.